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| Gemeinde Billigheim |
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| ALLE WETTER! |
Der Inhalt dieses Wetterspecials:
-- Cirrostratus - Vorboten von Niederschlag unterschiedlichster Form
(zwei Dokus von Frontdurchgängen im Winter)
-- Mammatuswolken am Rande von Gewittern (17. Mai 2009)
-- Orkantief "Kyrill" am 18. Januar 2007
-- Schneegebiete in Deutschland aus der Satellitenperspektive
-- Das Orkantief "Gerda" vom 12.01.2004 - eine Auswertung
-- Besonderes Ereignis - Polarlichter bei uns ( Oktober / November 2003 )
-- Frühjahr 2003 - Hitze und Kälte nah beieinander
-- Das trockene und heisse Jahr 2003
-- Bilder schöner Wettererscheinungen, Dokumentationen
-- Ganz nah am Wetter: Ultraleichtfliegen
WETTER-DOKUMENTATION:
Cirrostratus: Vorboten von Niederschlag unterschiedlichster Form -
Zwei mögliche Folgen der Annäherung eines Tiefausläufers nach winterlich kaltem Wetter:

Am Abend des 30.Dezember 2005 näherte sich nach einem winterlich kalten, sonnigen Tag
rasch eine Störung von Westen her. Mittags zogen schon, weil das Wetter ja so schön war auch kaum bemerkt, die ersten
hohen Cirruswolken von Westen auf (Bild oben).
Die zugehörige, hier noch weit entfernte Störung beendete eine kalte, schneereiche Ostwetterlage,
die etwa 5 Tage Bestand hatte.
 Die auf den beiden Bildern zu sehende gegen Abend aufziehende dichtere Wolkenart ist Cirrostratus,
eine hohe Eiswolkenart mit einer Höhe von über 7000m. Es ist der typische Vorbote einer Wetterverschlechterung, der im Winterhalbjahr meist
eine Milderung mit Regen und Tauwetter folgt.
In der Nacht zum 31. Dezember fiel ab 23 Uhr vor der Front 8 cm Schnee, bevor mit Frontdurchgang
ab ca. 2.30 Uhr der Schneefall in Eisregen überging, bald nachliess
und die Temperatur zu steigen begann.
Diesen Vorgang möchte ich nun hier etwas genauer erläutern:
Weil die vorrückende wärmere Luft leichter ist als die vorhandene alte Kaltluft,
schiebt sich die Warmluft zunächst in grosser Höhe über die Kaltluftschicht und verdrängt diese
allmählich von oben her.
Die ersten hohen Cirren (einzelnes Bild), später Cirrostratuswolken ( obige beide Bilder ) können
der eigentlichen Front ohne weiteres 400 - 500 km vorauseilen. Die Sonne/der Mond scheint meist noch diffus durch.
Folgendes Infrarot - Satellitenbild von 20.30 Uhr MEZ zeigt schön diesen weit vorauseilenden
hohen Wolkenschirm,
der über Mitteleuropa nach Osten zieht (etwa Bildmitte rechts oben):

Die Wolkenhöhe sinkt danach allmählich ab, dem Cirrostratus folgt bald Altostratusbewölkung
(mittelhohe Schichtwolkenart, schon aus Wassertröpfchen bestehend),
der Himmel ist nun "dicht" ohne sichtbare Sonne/Mond.
In Frontnähe beginnt dann der Niederschlag und es überdeckt tiefer Nimbostratus,
die typische Wolkenart
bei Niederschlag, den gesamten Himmel.
Liegt die Temperatur in der gesamten "Fallhöhe" des Niederschlags unter oder um Null Grad,
fällt bis zum Boden erst Schnee ( wie im vorliegenden Fall).
Zwischen dem Cirrostratusaufzug wie auf den beiden Bildern und dem einsetzenden Niederschlag
können durchaus 3 - 6 Stunden liegen, hier waren es sogar ca. 6,5 Stunden.
Schiebt sich später in der Höhe eine schon positiv temperierte Luftschicht (>0 Grad) dazwischen,
aber in Bodennähe herrscht noch Frost, gibt´s unterkühlten Regen, der sofort anfriert
(Eisregen, Glatteis).
Wenn die wärmere Luft schliesslich den Boden erreicht hat,
erfolgt der Frontdurchgang, die Bodenfront. Nun steigt meist auch in Bodennähe die Temperatur über Null Grad (wie im vorliegenden Fall).
Mit der Temperaturänderung dreht auch der Wind und der Niederschlag lässt bald nach.
Unter "Archiv" können die Stationsmesswerte dieses lehrbuchmässig abgelaufenen Frontendurchganges
bei "30.Dezember 2005" und bei "31.Dezember 2005" begutachtet werden.
Der oben beschriebene Niederschlagsverlauf, das Verhalten der Temperatur und des Windes vor,
während und nach der Bodenfront (ca. 2.30 Uhr MEZ)
kann hier sehr gut abgelesen werden.
Anrennen von milderer Luft gegen grossen "Kaltluftblock" -
Auflösung einer Front / "maskierte Kaltfront":
Am Abend des 11.Januar 2006 näherte sich von Nordwesten eine Kaltfront.
Sie schickte sich an, die vorhandene Inversion,
d.h. eine hier lagernde, sehr stark ausgekühlte Grundschicht (Dauerfrost bis ca. 700mNN)
und eine darüber liegende warme Luftschicht (Temps bis +4°C oberhalb von 700mNN) wegzuräumen.
Wieder begann Cirrostratus, wie in der ersten Doku beschrieben, den Himmel zu bedecken.
Folgendes Satellitenbild von 23.30 Uhr MEZ zeigt dies schön (von der Bildmitte ausgehend nach
rechts oben verlaufendes Wolkenband):

Der Niederschlag hatte zu dieser Zeit unseren Raum noch nicht erreicht,
jedoch gab es in einem Streifen quer über Deutschland zu dieser Zeit schon Eisregen. Der Niederschlag fiel dort als Regen, weil, wie in der ersten Doku beschrieben,
eine Luftschicht in der Höhe eine Temperatur über Null Grad aufwies.
Der von oben in diese Schicht hereinfallende Schnee taute und fiel als Regen dann wieder
in die darunterliegende Frostschicht,
wo er am Boden sofort anfror (Glatteis).
Das folgende Niederschlagsradar-Bild von 23.45 Uhr MEZ zeigt dieses Niederschlagsgebiet:

Bei der Weiterverlagerung dieses Tiefausläufers nach Südosten traf er auf eine immer dicker
werdende Kaltluftschicht, seine Energie wurde zunehmend aufgezehrt.
Da seine in der Höhe mitgeführte Warmluft langsam abkühlte und bald Werte unter null Grad aufwies,
verwandelte sich der Regen, der das Glatteis im Nordwesten verursachte, um in Schnee. In Bodennähe wurde es mit der neuen Luftmasse etwas milder,
daher rührt der Name "maskierte Kaltfront".
Es handelt sich zwar auch um Kaltluft, die frisch einfliesst, sie ist aber am Boden etwas milder
als die alte Kaltluft. Dafür ist die Inversion weggeräumt, mit zunehmender Höhe wird es wieder kälter ("Normalzustand)".
Allerdings wirkte sich im vorliegenden Fall die nach Südosten zu immer dicker
werdende alte Kaltluftschicht auch auf die neue Luftmasse aus:
Sie wurde immer kälter, die Energie der neuen Luftmasse war bald aufgezehrt. Durch den fehlenden Temperaturgegensatz schwächte daher sich nun auch der Niederschlag ab.
So geschah es auch hier: Um ca. 2.00 Uhr MEZ des nächsten Morgens fiel erst Regen mit Glatteisbildung,
aber schon bald darauf Eiskügelchen und Schnee.
Folgendes Radarbild zeigt die Lage des Niederschlagsbandes um 3.00 Uhr MEZ:

Bis gegen Morgen schneite es noch leicht weiter, es kam eine Schneehöhe von 2 cm zusammen. Schon vormittags blieb´s bereits trocken.
Der Tiefausläufer war zum Stillstand gekommen und löste sich nun an Ort und Stelle auf. Folgendes Satellitenbild von 10.30 Uhr MEZ zeigt deutlich, dass er kaum noch vorangekommen ist
und schon deutliche Auflösungserscheinungen zeigt (blaue Pfeile= Zugrichtung):

Auf dem Niederschlagsradar war zu diesem Zeitpunkt kaum noch Niederschlag zu sehen:

Die "alte" Kaltluftschicht hatte sozusagen gegen die vordringende neue Luftmasse "gewonnen".
Unter "Archiv" können die Stationsmesswerte dieses Wettergeschehens bei
"11.Januar 2006" und bei "12.Januar 2006" begutachtet werden.
Zusammenfassung:
Gerade im Winter braucht es entweder mehrere "Anläufe" von Tiefausläufern
oder wie im ersten Dokubeispiel geschehen, einen starken,
von viel Wind (Bewegungsenergie) begleiteten Ausläufer,
um eine Winterwetterlage zu beenden.
EINZELTHEMEN:
Mammatuswolken am Rande von Gewittern (17. Mai 2009):
Am Nachmittag und Abend des 17. Mai 2009 kam es weit verbreitet zu schweren Gewittern,
zum Teil auch zu Hagelunwettern (Bayern, Sachsen).
Unsere Region wurde nur davon gestreift,
sodass wir die Randbereiche der Gewitterwolken zu sehen bekamen.
Dort hatten sich abends sehr schön ausgeprägte sogenannte "Mammatuswolken" gebildet.

Die beutelartigen Ausbuchtungen an der Seite der Gewitterwolke bestehen aus ausfallendem Niederschlag,
der jedoch von massiven Aufwinden am Fallen gehindert wird.
Mammatuswolken entstehen ausschliesslich nur an Schauer- oder Gewitterwolken.

Orkantief "Kyrill" am 18. Januar 2007:
Am 17. Januar 2007 um 01 Uhr morgens lag vor Neufundland
(Nordamerika) ein sich entwickelndes Tief,
das sich mit einer strammen West-Ost-Strömung
über den Atlantik Richtung Europa bewegte.
18 Stunden später lag es schon 2000 km weiter mitten auf dem Atlantik und hatte den Namen "Kyrill" erhalten.
Die nächsten 2000 km legte Kyrill in nur 12 Stunden zurück
und lag am 18. Januar morgens um 07 Uhr nur noch 500 km westlich von England.
Sein Orkanfeld nahm Kurs auf Mitteleuropa,
dieses erreichte uns am Abend mit voller Wucht.
Kyrill lag dabei um 19 Uhr vor Südschweden und raste rasch weiter nach Osten.
Die folgende Satellitenbilder-Animation macht die gefährliche Dynamik dieses Orkans deutlich.
Der Film beginnt am 18.01.2007 um 01 Uhr und
endet am 19.01.2007 um 01 Uhr Mitteleuropäischer Zeit. Die gelb umrandete Fläche ist Deutschland.

Hier an der Station habe ich zwischen 20.30 und 21 Uhr MEZ ein 10-Sekunden-Mittel
von 27.4 m/sec. gemessen, das entspricht ca. 98 km/h oder Windstärke 10 bft.
Meine 2. Station (Huger) hat um 20.32 Uhr eine Böe von 39.9 (!) m/sec. aus 238 Grad (SW) gemessen,
das wäre voller Orkan mit über 140 km/h!
Es gab viele Schäden in Deutschland, der Zugverkehr wurde komplett eingestellt.
Abschliessend noch einige Spitzenböen in Deutschland:
Wendelstein: 202 km/h
Brocken: 198 km/h
Feldberg/Schw.: 166 km/h
Düsseldorf/Flugh.: 144 km/h
Würzburg: 122 km/h
Öhringen: 112 km/h
Heidelberg: 100 km/h
Eine sehr gute Analyse des Orkanereignisses kann hier nachgelesen werden.
Schneegebiete in Deutschland aus der Satellitenperspektive:
Am 1.Dezember 2005, einem bis aufs Alpenvorland
verbreitet wolkenlosen Tag in Deutschland,
konnte man auf dem hochaufgelösten
Satellitenbild der NOAA-Serie
sehr gut die schneebedeckten Gebiete erkennen.
Blau umrandet erscheint unser Raum, der Punkt markiert Heilbronn. Gut zu sehen ist das schneefreie Unterland, weiter nördlich und östlich
(Bauland, Odenwald, Franken) liegt Schnee.
Gelb markiert ist der Schwarzwald und der rote Kreis markiert das Münsterland,
in dem kurz zuvor im November 2005 ein "Schneechaos" herrschte.
Der gesamte Süden und Südosten, also fast ganz Bayern,
die Rhön, der Harz, Thüringer Wald, das Erzgebirge
und die westlichen Mittelgebirge (Sauerland, Eifel, Westerwald, Taunus)
lagen unter einer geschlossenen Schneedecke.
Der Norden und Nordosten und die grossen Flusstäler (Rhein, Main) dagegen waren schneefrei.

Orkantief "Gerda" - Eine Auswertung:
Am Montagabend, den 12.01.2004 "rauschte" das Orkanrandtief "Gerda" über die Mitte Deutschlands
nach Osten.
Es gab z.T. orkanartige Böen, in der weiteren Umgebung und im Bergland z.T. auch vollen Orkan! Einige Beispiele:
Feldberg/Schw.: 169 km/h
Öhringen: 119 km/h
Karlsruhe: 108 km/h
Niederstetten: 104 km/h
Michelstadt: 96 km/h Mehr zu "Gerda" unter sturmgerda.htm!
POLARLICHTER!
In der Nacht zum Freitag, den 31.Oktober 2003 und kaum 3 Wochen später, in der Nacht zum Donnerstag,
den 20.November 2003, konnten hier eindrucksvolle Polarlichter beobachtet werden. Gelungene Fotos dieses Naturschauspiels gibt es z.B. auf astroclub-radebeul.de und auf wetter-foto.de .
Die Sonne ist von Zeit zu Zeit aktiver als sonst und schickt dann starke energiereiche Strahlung ins All.
In der oberen Erdatmosphäre ( Ionosphäre, ca. 100 - 400 km Höhe ) werden
Stickstoff- und Sauerstoffteilchen
durch diese von der Sonne stammenden Elektronen und Protonen
beim Auftreffen zum Leuchten angeregt. Je nach Energiezustand werden dabei die verschiedensten Farbtöne erzeugt. Eine ausführlichere Erklärung dazu findet sich z.B. unter astronomy.meta.org.
In unseren Breiten treten Polarlichter normalerweise nur etwa einmal pro Jahr auf,
an den Polen gibt es dagegen bis zu 100 Polarlichtnächte im Jahr.
Es lohnt sich aber durchaus, auch bei uns abends oder nachts bei klarem Himmel
mal einen Blick nach oben zu werfen. Vielleicht wiederholt sich das nochmal...
Kälte und Hitze nah beieinander:
Die späte extreme Frühjahrskältewelle im April 2003: Rekorde sind gefallen.
Meine Messwerte der kältesten Nacht nachzulesen unter Kälterekord im April 2003.
Nur 4 Wochen danach: Höchstwerte über + 30 o C. Tabelle unter Hochsommer Anfang Mai 2003.
DAS TROCKENE UND HEISSE JAHR 2003:
Schon der Beginn des Jahres 2003, die Monate Februar und März
waren in unserer Region ungewöhnlich trocken, fast extrem!
Folgende zwei Diagramme zeigen den Temperaturverlauf, den Luftdruck und den gefallenen Niederschlag.
(INFO: Tropfer und Wippe im Niederschlagsmesser (Ombrometer) haben jeweils eine gesonderte Diagrammzeile,
dies rührt daher,
dass der Tropfer für geringe Mengen Niederschlag besser geeignet ist als die Wippe,
die ihrerseits grosse Mengen besser erfassen kann.)
Februar 2003:

März 2003:

Insgesamt fiel an meiner Station in den zwei Monaten nur 40.6 mm Niederschlag,
weniger als die Hälfte des Durchschnitts in unserer Region.
Im Einzelnen: Im Februar 23.8 mm an 6 Tagen, im März 16.8 mm an ebenfalls 7 Tagen.
Somit waren insgesamt 46 Tage in dieser Zeit ganz ohne Niederschlag!
Mehrere Hochdruck - Blockierungslagen hintereinander verhinderten das Eindringen
der atlantischen Störungen von Westen her
und sorgten so für die langen Trockenperioden in diesem Zeitraum.
Das Diagramm zeigt etwa ab dem 7. Februar bis zum 25. März mit nur kurzen Unterbrechungen
ein auffällig hohes Luftdruckniveau, was auf die oben erwähnten Wetterlagen zurückzuführen ist.
Starke Tag- / Nachtschwankungen bei der Temperatur zeigen an, dass oft wolkenarme Witterung herrschte,
bei der tagsüber hohe Einstrahlung und nachts hohe Ausstrahlung möglich war. Auch der April blieb trotz "normaler" Temperaturen deutlich unter dem Regensoll:
Es gab im April ganze 19 Tage hintereinander ohne Regen!
Der Sommer, der dann folgte, hatte es im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Nach dem frühen Beginn der Hitze schon Anfang Mai drehte der Sommer
nach etwas kühlerem Mai im Juni so richtig auf.
Mit Höchsttemperaturen von knapp, um oder
sogar etwas über +30 Grad an fast allen Tagen,
aber nur 6 Niederschlagstagen gab es bereits
einen Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte.
Der Juli war im Schnitt nicht ganz so warm,
hatte aber auch nur 8 Tage mit Regen,
sodass die Grundwasserspeicher sich nicht sonderlich erholen konnten.
Ab Anfang August ging´s dann richtig "zur Sache":
Vom 1. bis zum 14. August stieg die Temperatur
an allen Tagen auf über +30 Grad (sog."Hitzetage"),
vom 3. bis zum 13. August sogar an jedem dieser Tage über +35 Grad!
Gleich zweimal wurde der hiesige Stationsrekord aufgestellt:
Jeweils am 5. und am 7. August erreichte das Quecksilber den Wert von +37.8 Grad!
Auch nachts blieb es warm: An 4 Nächten im August
blieb die Temperatur über +20 Grad (sog. "Tropische Nächte").
Die Nacht zum 5.August blieb mit einer Tiefsttemperatur
von +21,5 Grad am wärmsten (ebenfalls Stationsrekord).
Dabei gab es nur 7 Tage mit Regen, 4 davon an den letzten Augusttagen.
Was waren die Ursachen für die ungewöhnliche Wärme in diesem Sommer?
Ein wesentlicher Grund bestand
darin,
dass oft stabile Hochdruckwetterlagen über Westeuropa herrschten,
die gerade während des Hochsommers bei relativem Sonnenhöchststand
und kurzer Nächte zu starker Erwärmung führten.
Das heisst, durch viel Einstrahlung an den langen Tagen,
dagegen nur kurzer Abkühlungsmöglichkeit
in den Nächten ergab sich ein "Wärmeüberschuss".
Somit konnten die Temperaturen Tag für Tag immer weiter ansteigen.
Ausserdem war diesem warmen Sommer bereits eine
Reihe von Monaten
mit unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen vorausgegangen (s.o.).
Es herrschte bis zum Sommer dann ein extremes Niederschlagsdefizit.
Die große Frühjahrstrockenheit
führte nun in Verbindung mit den stabilen Hochdrucklagen ohne viel Luftbewegung und damit Durchmischung
und der überdurchschnittlichen
Einstrahlung dazu,
dass die Böden austrockneten, sich schneller erwärmen
und diese Wärme an
die Luft abgeben konnten.
BILDER:
Bilder besonderer Wettererscheinungen:
"Abendrot" nach Durchzug einer Kaltfront,
Blickrichtung nach Westen:
Die Sonne ist bereits unter dem Horizont, beleuchtet aber noch die Wolken
und den ausfallenden Niederschlag von unten.
Hinter dem Horizont befindet sich demnach keine oder nur noch wenig Bewölkung, was auf nur
noch geringes Schauerrisiko in den nächsten Stunden schliessen lässt.
Dieses Foto zeigt sich auflösende
Schneeschauerwolken am Abend.
Deutlich sind noch die Schnee- Fallstreifen (Virgae)
unter den Wolkenresten zu sehen.
Die Wolkenauflösung deutet auf zunehmende Stabilisierung der Atmosphäre hin:
Eine klare, kalte Nacht steht bevor.
Die tiefstehende Sonne beleuchtet einen abziehenden
kräftigen
Regenschauer. Dies hat diesen gut ausgeprägten Regenbogen (mit Spiegelung) zur Folge.
Anmerkung: Wenn man genau hinsieht, kann man sehen, dass beim "Original"- Bogen aussen rot
und innen blau ist,
dies aber beim gespiegelten Bogen natürlich umgekehrt ist.
Manchmal kann auch noch ein dritter Bogen noch weiter aussen ausgemacht werden,
dieser sieht dann wieder wie das Original aus.
Dieses Bild hat von der Entstehung her Ähnlichkeit
mit dem Bild ganz oben. Einziger Unterschied ist nur, dass sich hier hinter dem Horizont
noch mächtige Schauerwolken befinden.
Diese sorgen für den imposanten Schattenwurf am Abendhimmel.
Man kann davon ausgehen, dass die nächsten Stunden
nicht niederschlagsfrei sein werden (Schauerwetter).
Ein Wärmegewitter am Nachmittag,
ca. 20 km von meinem Fotostandort entfernt. Hier ist die typische Form einer Gewitterwolke gut zu sehen:
Quellwolken unterhalb und seitlich der Wolke, darüber der ambossartige Eiswolkenschirm.
Er bildet die Obergrenze der Gewitterwolke (sogenannter Cumulonimbus).
Sie reicht bei uns i.d.R. bis ca. 8 - 11 km Höhe, in den Tropen aber auch schon mal bis 15 km hinauf.
Nicht immer ist in dieser Form der Schirm so schön zu sehen, weil eine zusammenhängende
tiefere Wolkendecke den Blick nach weiter oben verdeckt:
In Wetterfronten oder bei zusammenhängenden Gewittern/Gewitterherden, sog. Clustern,
kann man aber sicher sein,
dass sich diese Wolkenform über einem befindet,
wenn man Blitze sieht oder Donner hören kann.

Vorderseite einer Kaltfront / Frontgewitter:
Die obigen zwei Bilder zeigen sehr schön die Vorderseite einer
anrückenden Kaltfront (8.6.2003, Fotorichtung West).
Ein Passagierflugzeug musste dem Amboss der Gewitterwolke ausweichen, sein Kondensstreifen
beschreibt einen Bogen.

Rückseite der Kaltfront / Frontgewitter:
Diese zwei Bilder, die ich etwa eine dreiviertel Stunde später nach dem Durchzug der Kaltfront
aufgenommen habe,
zeigen den eindrucksvollen Cirrusschirm der Gewitterwolke, der bis in ca. 10 km Höhe hinaufreicht.
Die Fotorichtung ist nun Südost.
Weil die Störung am Abend durchzog, wird nun die Wolke seitlich von der Sonne beleuchtet.
Dadurch wird der in grosser Höhe aus der Wolke fallende Schnee als herabhängende
Schneefallstreifen schön sichtbar.
Dies gibt der Wolke ein diffuses, weiches Aussehen.
HOBBY:
Wetter live erleben - Ultraleichtfliegen
Ein kleiner Bilderbogen zu diesem Thema: hier klicken!

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